Gin

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Gin

Gin ist ein Wacholderschnaps hergestellt aus Getreide oder Melasse und gehört zu den hochprozentigen Agraralkoholen (Etyhylalkohol landwirschaftlichen Ursprungs). Gin erhält seinen charakteristischen Geschmack aus verschiedenen Kräutern, Früchten, Gewürze, und Blüten, doch der Hauptbestandteil ist Wacholder. Es dürfen ausschließlich nur Natürliche Aromastoffe verwendet werden. Die Zusammensetzung der einzelnen und wichtigen Zutaten nennt man The Big Five oder auch Botanicals: Wacholderbeeren, Koriandersamen, Engelwurz sowie getrocknete Zitronen und Orangenschalen. Das sind die Zutaten die hauptsächlich dafür verwendet werden. Für den Rest der Zutaten ist Kreativität gefragt. Es gibt verschiedene Arten und Zubereitungsverfahren. Die Klassische ist wie oben schon beschrieben aus Gewürzen, Pflanzen und Ähnlichem. Wahre Exoten sind aus Wurzeln ökologischen Anbaus. Es werden auch oftmals Heublumen, Fenchelsamen, Süßholz, Mandeln, Muskatnuss sowie die Würze von Kubeben-Pfeffer o. ä. verwendet, um noch weitere Zutaten zu nennen. Die Vielfalt scheint unbegrenzt zu seinen. Einige Gin Sorten verzichten komplett auf Zitrusfrüchte und lassen den Wacholdergeschmack dominieren. Andere Sorten wiederum konzentrieren sich auf exotische Zutaten wie Lavendel und Drachenfrucht sie z.B. beim Bulldog Gin enthalten sind.

Seit wann gibt es Gin?

Die Geschichte von Gin begann mit dem Hanauer Mediziner Franciscus Sylvius de la Boe. Im Jahre 1650 in Holland versuchte er auf Basis von Alkohol und Wacholder ein Medikament gegen Magenbeschwerden zu entwickeln und sollte eigentlich auch dafür eingesetzt werden. In Italien war es schon bekannt, dass Wacholder ein gutes Mittel gegen Sodbrennen, Verdauungsprobleme und Magenbeschwerden ist. Franciscus Sylvius de la Boe entwickelte ein alkohol- und wacholderhaltiges Gemisch und experimentierte weiter mit verschiedenen Pflanzlichen Kräutern wie zum Beispiel Koriander welche auch gegen Nierenbeschwerden oder Tuberkulose helfen sollte. Doch irgendwie kam alles anders. Die Tropfen wurden nicht als heilende Medizin eingenommen, sondern etablierten sich als alkoholisches Basisgetränk in holländischen Tavernen. Er taufte es auf Genever, was vielen vielleicht heute noch ein Begriff ist. Der Begriff Genever schwappte nach dem spanischen-holländischen Krieg auf die britische einheimische Insel über. Der Name Gin wurde dort erstmals verwendet. Aber sein Durchbruch bekam er erst als man ein Gesetz verabschiedete, das sich Gin Act 1738 nannte. Es war ein Markt für schlechtes Korn, welches sich nicht zum Brauen von Bier eignete aber gut genug war um Gin zu destillieren. Am Anfang war es ein Gesöff und am Ende ein feiner Tropfen. Das Schicksal nahm seinen Lauf. In London wurde Gin in ca. 500 Destillerien hergestellt und abgefüllt. Zu dieser Zeit wurde er als Billigfusel gehandelt und war eher beliebt in den ärmlicheren Häusern und war kein Vergleich zu dem Gin den wir heute kennen. Geschmacklich und Qualitativ ist es noch ein langer Weg. Es war kein feiner Dry Gin auf Pflanzenbasis, so wie wir ihn kennen, sondern ein abscheuliches Gesöff was einen in der Kehle brannte und die Augen sowie Magen umdrehte. Es lag aber auch bestimmt daran, dass viele Hausbrennereien noch zusätzlich Terpentin hinzugegeben hatten. Verstehen und nachvollziehen kann es heute immer noch kein Mensch. Im Jahre 1751 gab es einen weiteren Gin Act. Mit diesen Act wurden weitere Destillateuren verboten, ihre Ware an nicht lizenzierte Händler zu verkaufen. Die Gebühren für kleine Händler wurden erhöht. Einige konnten mussten den Verkauf einstellen. Somit wurde der damalige Gin nur noch in großen Pubs ausgeschenkt. Die die es sich leisten konnten, und wo die Qualitätskontrollen strenger waren, durften ihn weiter handeln. Das Ergebnis war, das der Gin und seine Qualität sich sehr gesteigert hat. Der Grundstein für London Dry Gin wurde gelegt. Die Säulendestillerie, die 1832 erfunden wurde machte es möglich reinen Alkohol herzustellen. Der Gin wurde klar und rein, dass er kein Vergleich mehr zu dem früher hergestellten Gin war, welcher heute eher einem schlechten, billigen Korn ähneln würde.

Vom alten Klassiker zum In-Getränk

Früher hatte Gin ein altes eingestaubtes Image. Es war für viele einfach nur ein Oma-Getränk. Doch mit den Jahren und der Tradition des Destillierens in Großbritannien mauserte sich Gin immer mehr. Die Qualität und der Geschmack war kein Vergleich mehr zu dem im Jahre 1738 hergestellten Gin. Heute zählt Gin bei Kennern zu den beliebtesten Spirituosen weltweit. Wie kam es eigentlich dazu, dass man Gin mit Tonic Water mischte? Das haben wir nicht den Briten zu verdanken, sondern einem schottischen Arzt. Im 18. Jahrhundert schützte er Soldaten mit dem damals sehr bitteren Indian Tonic Water, in dem der Arzneistoff Chinin in sehr hoher Konzentration enthalten ist, vor der Tropenkrankheit Malaria. Durch Vermischen mit Gin neutralisierten sich die Bitterstoffe des Chinins um es für die Soldaten verträglicher zu machen. Zu dieser Zeit gab es das Tonic Water, wie wir es heute kennen, noch nicht. Es war Soda, Limette und Zucker. Tonic Water war geboren und ist heute in der ganzen Welt ein In-Getränk. Im frühen 19 Jahrhundert begann die Entwicklung der Cocktailszene. Viele Cocktailbars sind entstanden. Es war ein richtiger Trend. Gin Tonic war von Anfang an ein Bestandteil vieler Cocktailkarten und es war ein In-Getränk der seinengleichen suchte. Aber das Schicksal meinte es mit ihm nicht gut. Im 1. und 2. Weltkrieg ging die Nachfrage nach Gin immer mehr zurück, bis Gin nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Erst wieder in den 90er Jahren wurde Gin mit sein Vorgänger Genever wieder modern. Wieso weshalb warum? Das ist schwer zu sagen! Es kann daran gelegen haben das einige experimentierfreudige, traditionelle Gin Brennereinen neue Sorten auf dem Markt gebracht haben. Ganz Kreative Botanicals(pflanzliche Zutaten) wurden zur Herstellung verwendet. Vielleicht lag es auch an den neuen Möglichkeiten des Marketings. Man kann es nicht genau sagen.

Bekannte Gute Gin Sorten

Hendricks

Hendricks ist eine neuere Marke für Gin, im Jahr 2000 zunächst auf dem US -Markt eingeführt wurde. Sie unterscheidet sich von klassischen Gins dadurch, dass das an sich Gin-typische Wacholder-Aroma nur schwach ausgeprägt ist. Charakteristisch an ihm ist, die Aromatisierung mit Gurken- und Rosenblatt-Essenzen. Der Hersteller, William Grant & Sons, ist vor allem durch seine hervorragenden Scotch Whiskys bekannt.

Bombay Sapphire


Die 1987 eingeführte Gin-Marke, der angeblich ein Londoner Rezept aus dem Jahr 1761 zugrunde liegt, gehört seit 1998 zu Bacardi. Auffällig ist die markentypische geschützte hellblaue Flasche. Einer den bekanntesten deutschen Gin Sorten sind: Monkey 47 Ein aus dem Schwarzwald stammende Dry-Gin Marke. Der Gin wird von der Black Forest Destillerie ansässig in Loßberg (Baden-Württemberg) hergestellt.

Monkey 47
 
Monkey 47 wurde von Alexander Stein und Christoph Keller seit 2008 entwickelt und gelangte erstmals im Jahr 2010 in einer Auflage von 2000 Flaschen in den Handel. Im Jahr 2013 wurden 150.000 Flaschen davon produziert. Monkey 47 schmeckt nach Wacholder mit leichtem Zitrusgeschmack, besitzt feinblumige, liebliche, sowie leicht pfeffrige Note und hat subtil herbe Fruchtkomponenten.